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Die Oberschule kommt

Das Land Niedersachsen hat die Einrichtung einer Oberschule in Bissendorf als teilgebundene Ganztagsschule genehmigt, allerdings zum kommenden Schuljahr ohne einen gymnasialen Zweig. Wie Sie aus der Tagespresse entnehmen konnten, hat der Landkreis Osnabrück diesen Teilantrag abgelehnt. Da die Voraussetzungen für eine Genehmigung in Bissendorf erfüllt sind, werden wir dafür eintreten, diesen Antrag in Zukunft erneut zu stellen.

Für uns als Schule haben mehrere pädagogische und organisatorische Gründe dazu geführt, den Antrag der Gemeinde Bissendorf auf Genehmigung einer Oberschule zu unterstützen und auch nach Ablehnung des gymnasialen Zweiges durch den Landkreis aufrechtzuerhalten. Es sind Gründe, die sich aus der lernpsychologischen und pädagogischen Forschung der letzten Jahre sowie aus den Ergebnissen internationaler Studien (u.a. Pisa) ableiten lassen. Die Oberschule als teilgebundene Ganztagsschule soll darüber hinaus den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen und den gestiegenen Anforderungen an Schule und Bildung gerecht werden.

Schullaufbahnentscheidung länger offen
Die jetzige Schullaufbahnentscheidung nach Klasse 4 ist für viele Kinder zu früh. Die Eltern wünschen sich für ihre Kinder verständlicherweise einen guten, möglichst hochwertigen Schulabschluss, da er für die berufliche und soziale Zukunft von großer Wichtigkeit ist. Diese Entscheidung, die für Eltern und Schüler sehr belastend sein kann, bleibt in der Oberschule durch das Kurssystem länger offen. Die Oberschule gibt den Kindern mehr Zeit zur Entwicklung ihrer schulischen Leistungen und ihrer Gesamtpersönlichkeit. In dieser jetzt genehmigten Form bereitet die Oberschule die Kinder auf die bisherigen Abschlüsse nach Klasse 9 und 10 oder auf ein Abitur nach dreizehn Schuljahren vor. Die Durchlässigkeit ist durch den integrativen Ansatz in einem hohen Maße gegeben.

Der Leistungsanspruch am Gymnasium ist durch das Abitur nach 12 Schuljahren enorm gestiegen. Die gymnasialen Schüler müssen den hohen Anforderungen in ihrem Leistungsverhalten und in ihrer Persönlichkeit gewachsen sein. Die Rückschulungen vom Gymnasium haben deutlich zugenommen. Überforderungen und daraus resultierende Enttäuschungen sowie Verhaltensauffälligkeiten oder sogar gesundheitliche Probleme können vermieden werden, wenn die Schüler in einem integrativen System verbleiben und sich ihren Fähigkeiten entsprechend ohne überzogenen Druck entwickeln können.

Die Oberschule geht von dem Leitgedanken aus, dass jeder Schüler Stärken hat, die erkannt und ausgebaut werden sollen, und die Verschiedenheit der Schüler eine Bereicherung für die ganze Gruppe sein kann. Kooperative Lernformen und individualisierte Anforderungen sind durchgängige Unterrichtsprinzipien in einer solchen heterogenen Lerngruppe, um alle Schülerinnen und Schüler individuell und ganzheitlich fördern zu können. Freie und offene Lernangebote, die den besonderen Begabungen und den Interessen der Schüler entsprechen, sollen die Lernmotivation erhalten und so die Leistungsbereitschaft in anderen Bereichen steigern.

Integrativer Ansatz
Unser Konzept zur Oberschule schöpft die Möglichkeiten des Erlasses voll aus und ist inhaltlich und strukturell zukunftsweisend. Es basiert pädagogisch auf einem integrativen Ansatz mit eingebundener Ganztagsbeschulung. Damit sind wir - auch bei politischen Veränderungen - in den nächsten Jahren gut aufgestellt.

Teilgebundene Ganztagsschule
Lernen braucht Zeit und wir wollen den Unterrichtstag entlasten. Deshalb wird die Oberschule als teilgebundene Ganztagsschule geführt. An zwei Tagen in der Woche nehmen alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend am Ganztag teil. Die gewonnene Unterrichtszeit ist in den Wochenrhythmus eines Jahrgangs eingebunden und wird für Projekte, Werkstattarbeit und offene Lernangebote der Fächer genutzt. Der neue Wochenrhythmus wird bestimmt durch die 75- Minuten-Blockstunden und die selbständige Arbeitszeit (SAZ) an jedem Vormittag. Auf diese Weise werden die Schüler an ein eigenverantwortliches Lernen herangeführt und es ist ein festes, regelmäßiges Zeitfenster für individuelles Lernen und Üben geschaffen. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler individuell gefordert und - wenn nötig - bei Schwierigkeiten unterstützt und gefördert.

Einführung der Oberschule im fünften Jahrgang
Die Haupt- und Realschule Bissendorf wird zum neuen Schuljahr in eine Oberschule umgewandelt. Für die bisherigen Schülerinnen und Schüler gelten die Erlasse zur Haupt- und Realschule weiter. Mit dem ersten fünften Jahrgang der Oberschule beginnen wir mit unserem neuen pädagogischen Konzept. Unabhängig von der Schullaufbahnempfehlung nehmen wir die Schülerinnen und Schüler als Oberschüler auf. In Klasse 5 steht das Ankommen in der neuen Schule im Vordergrund. Der Unterricht findet in allen Fächern gemeinsam im Klassenverband statt. In freien Arbeitsphasen bilden wir klassenübergreifende Gruppen, damit Kontakte im Jahrgang aufgebaut werden können. Erst ab Klasse 6 wird der Unterricht in Mathematik und Englisch nach Leistung differenziert erteilt. In Klasse 7 folgt die Kursbildung im Fach Deutsch, in Klasse 9 kommt die Differenzierung in Physik bzw. Chemie hinzu. Die Leistungsdifferenzierung wird auf mindestens zwei Niveaustufen erfolgen. Der jahrgangsbezogene Unterricht in den unteren Klassen tritt in den höheren Jahrgängen zugunsten eines ausdifferenzierten Lernangebotes zurück. Durch die Leistungskurse, die Projektarbeit und die Wahlpflichtangebote sowie durch die Profilbildung ab Klasse 9 wird der Unterricht immer stärker auf die verschiedenen Begabungen und Interessen der Schülerinnen und Schüler abgestimmt.

Gut bewährte Unterrichtskonzepte
Um für die Einführung der Oberschule gut vorbereitet zu sein, haben wir bereits im letzten Sommer eine Planungsgruppe gebildet, die das pädagogische Konzept entwickelt hat. Dabei konnten wir auf unsere bereits gut bewährten Unterrichtskonzepte zurückgreifen und durch die veränderte Rhythmisierung der Schulwoche die Rahmenbedingungen zur Umsetzung noch verbessern. Zurzeit bereitet sich das Kollegium gemeinsam durch schulinterne Fortbildungen und Arbeitsaufträge auf die veränderten Anforderungen vor. Daneben beschäftigen wir uns mit einem neuen Raumkonzept, das der neuen Lernkultur und der längeren Verweildauer der Schülerinnen und Schüler in der Schule gerecht wird. Der Schulträger hat uns bauliche Veränderungen in Aussicht gestellt.

Die Eltern der Grundschülerinnen und Grundschüler wurden im April ausführlich über die Oberschule und unser pädagogisches Konzept informiert.

Tag der offenen Tür am Freitag, den 4. Mai 2012 ab 15.30 Uhr

Ich lade alle Grundschülerinnen und Grundschüler und ihre Eltern und natürlich alle Interessierten herzlich ein, am Tag der offenen Tür Einblick in unsere schulische Arbeit und die Räumlichkeiten zu nehmen. Dabei stellen wir auch unser neues Konzept zur Oberschule noch einmal im Detail vor und freuen uns auf einen Austausch mit Ihnen.

Herzliche Grüße

Gisela Kascha

 

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